„Schreibt am Ende die KI unsere Texte?“
Der Anteil, den ein Modell übernimmt, ist größer als die meisten glauben, und der Anteil, den es nicht übernehmen kann, ist wichtiger als die meisten glauben. Es liest siebenundvierzig Adressen in einer Stunde quer und sagt zuverlässig, welche dieselbe Frage beantworten. Es formuliert eine Gliederung, die trägt. Es schlägt zwölf Überschriften vor, von denen zwei brauchbar sind. Was es nicht hat, ist Dein Angebotsordner: der Betrag, der wirklich in der Kalkulation steht, der Auftrag, bei dem der Leitungsweg teurer war als das Gerät, und der Satz, mit dem Du am Telefon absagst. Deshalb gehört zu jeder Seite ein Termin von dreißig Minuten, und es ist der einzige Teil, den niemand für Dich übernehmen kann. Er ist auch der Teil, der Deine Seite von der des Wettbewerbers unterscheidet, weil der Wettbewerber dasselbe Modell benutzt.
„Bestraft Google Texte, die mit KI geschrieben wurden?“
Die Frage stellt sich, weil zwei Dinge durcheinandergehen: das Werkzeug und die Absicht. Massenhaft erzeugte Seiten ohne eigenen Wert werden abgewertet, und sie wurden es auch, als sie noch von Menschen für drei Euro je tausend Zeichen geschrieben wurden. Was zählt, ist, ob jemand etwas beizutragen hatte. Eine Seite mit einem Preisrahmen aus Deiner Kalkulation, einem Auftrag, den es gab, und einer benannten Grenze fällt nicht in diese Kategorie, auch wenn die Gliederung aus einem Modell stammt. Umgekehrt fällt eine von Hand geschriebene Ortsseite, die sich von neunundzwanzig anderen in einem Wort unterscheidet, sehr wohl darunter. Der praktische Test ist einfach: Streich den Firmennamen und lies den Absatz noch einmal. Steht dort etwas, das nur bei Dir stimmt, ist die Seite in Ordnung.
„Warum soll ich dafür zahlen, dass Seiten verschwinden?“
Der Einwand ist berechtigt, und er trifft eine Stelle, an der die Branche ein Problem hat. Fast jedes Angebot für Inhalte rechnet nach Menge ab: so viele Seiten im Monat, so viele Wörter, so viele Beiträge. Unter dieser Rechnung ist jede Löschung ein Verlust für den Dienstleister, und deshalb löscht niemand, auch wenn alle wissen, dass es nötig wäre. Rechnet man eine Streichung wie eine neue Seite ab, fällt dieser Anreiz weg, und die Entscheidung kann wieder nach Sachlage getroffen werden. Was Du dafür bekommst, ist nicht das Verschwinden, sondern die Entscheidung davor: die Prüfung, ob eine Adresse noch trägt, die Weiterleitung auf die richtige Seite und die Gewissheit, dass niemand und nichts ins Leere läuft. Du entscheidest diese Fälle einzeln, Zeile für Zeile, und Du kannst jede Streichung ablehnen.
„Können wir das nicht selbst machen?“
In vielen Betrieben ist das die richtige Entscheidung, und ich sage es auch dann, wenn es mich einen Auftrag kostet. Die Fragenliste entsteht aus Quellen, die ohnehin Dir gehören, und niemand kennt die Rückfragen aus dem eigenen Angebotsordner besser als Du. Das Schreiben ist mit einem Modell an der Seite eine Arbeit von zwei Stunden je Seite geworden, wenn die Substanz vorliegt. Wo es regelmäßig hakt, ist die Karte, und zwar aus einem menschlichen Grund: Eine Seite zu streichen, die man selbst angelegt hat, fällt schwer, und eine Seite nicht anzulegen, die man sich vorgenommen hat, fällt noch schwerer. Ein Blick von außen kostet hier wenig und spart viel. Wenn Du den Rest selbst machen willst, ist der Auftrag die Inventur und ein Termin für die Karte, und danach höre ich auf.